Astrologie und Chirologie - Beratung von Jack Trappe
 
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Astrologie und Chirologie - Beratung von Jack Trappe

     Astrologie

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Astrologische Aspekte
in kosmosophischer Schau von
Schicksal und freiem Willen




Geheimnisvoll am lichten Tag
läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
das zwingst du nicht mit Hebeln und mit Schrauben.


Es kann sich hier nicht darum handeln, in Form eines auch noch so kurz gefaßten Lehrganges die Elemente der Astrologie, d. h. ihre Technik und Deutung zu vermitteln, da es diesbezügliche Bücher in ausreichender Menge gibt. Obwohl nun einige von ihnen schon - wenn auch nicht streng in unserem Sinne das in der Überschrift angeschnittene Problem behandeln, so soll es im Rahmen dieses Handbuches aber doch versucht werden, im Interesse einer Geschlossenheit des kosmosophischen Weltbildes der Frage nachzuspüren, was die Astrologie dem Kosmosophen bieten kann.
Einem aufmerksamen Betrachter des heutigen Blätterwaldes und der Literatur der letzten Jahre kann es nicht entgehen, daß okkulte Probleme und insbesondere Astrologie einen verhältnismäßig breiten und anscheinend ständig noch wachsenden Raum einnehmen, sodaß das Forschen nach Grund und Ursache dieser Erscheinung recht nahe liegt. Den Grund wird man nun unschwer in dem seit Jahrhunderten planmäßig betriebenen Vernichtungskampf gegen alles Höhergeistige erkennen, ein Kampf, der mit Raffinement und Skrupellosigkeit geführt wurde und heute noch geführt wird. Da nun einem physikalischen Gesetz zufolge Druck Gegendruck erzeugt, wird es verständlich, daß sich auf der bekämpften Seite eine Spannung bildete, die nach Entladung drängte. Der Krieg vor allem mit seinen Folgeerscheinungen brach dann die materialistische Fessel und löste so die Gegenbewegung aus. Ist es doch begreiflich, daß politische und wirtschaftliche Wirrnisse und daraus resultierende Zeiten menschlicher Verzweiflung und Not an Körper und Seele in beträchtlichem Maße die Beschäftigung mit geistigen Dingen fördern. Die höheren Interessen des Durchschnittsmenschen sind ja nun einmal leider allzustark von seinem Wohlergehen abhängig, es gilt auch in dieser Beziehung der weise Spruch: Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Ist die Frage nach Grund und Ursache der geistigen Entwicklung auf astrologischer Grundlage und des diesbezüglichen Schrifttums zwar interessant, aber relativ doch nebensächlich, so gewinnt eine andere Frage an Bedeutung, nämlich die Frage nach der Qualität des Gebotenen. In Einzelheiten hineinzusteigen ginge indessen über den Rahmen unserer Problemstellung hinaus, und so wollen wir es bei einer allgemeinen Betrachtung bewenden lassen. Die astrologischen Lehrbücher stehen im Durchschnitt auf hoher Stufe, obschon sich leicht eine Überbetonung von "Wissenschaftlichkeit" - lies Spiel mit Zahlen und Hypothesen - bemerkbar macht. Es soll eben jedes Ereignis nun auch astrologisch "erklärt" werden können. Das Nebeneinanderbestehen verschiedener "Systeme" (Häusermethoden z. B.) ist auch alles andere als nützlich und führt nur zu den unerquicklichsten Meinungsstreitigkeiten. Von den Aufsätzen in Zeitungen, Zeitschriften, Kalendern und "Magazinen" bliebe mancher lieber ungeschrieben, weil damit der Astrologie ein besserer Dienst erwiesen wäre. Zugegeben, Sterndeutung ist "Prophetie"; denn was ist es anderes als das, wenn man das Horoskop eines Neugeborenen deutet? Das berechtigt noch lange nicht, der Astrologie den Anspruch, ernst genommen zu werden, abzusprechen, zumal wir uns an andere Formen der Prophetie schon so gewöhnt haben, daß wir sie als solche garnicht mehr ansehen. Es wird doch keinem einfallen, das Kursbuch, die Theaterankündigung, die Wettervorhersage, die Aussagen eines Arztes über einen Krankheitsverlauf und dergl. mehr nur deshalb Charlatanerie zu nennen, weil die Realisierung erst noch erfolgen soll. Sobald jedoch die Astrologie dazu degradiert wird, alltäglichen Kleinkram oder ohnehin bedingte Notwendigkeiten "vorauszusehen", dann ist in der Tat schon die Grenze überschritten, die das Erhabene vom Lächerlichen trennt. Kein Wunder, wenn unter solchen Umständen eine wissenschaftliche Zeitschrift in beißendem Hohn die Astrologie als Quatsch bezeichnen und die Komplettierung solchen Blödsinns in Horoskopen für Leberwürste und Füllhalter erblicken konnte. Eine derartige Kritik mag aus dem Munde eines denkenden Menschen auch noch so absurd klingen, ist aber die unausbleibliche Folge des unsinnigen Gebarens jener Astrologen, die ihr Können und die Gültigkeit der Sterndeutekunst dadurch unter Beweis stellen wollen, daß sie nun jedes im höheren Sinne nebensächliche Ereignis als sternenbedingt hinstellen, im gleichen Atemzug jedoch die Möglichkeit der Befreiung von solchem Zwang predigen und gegen den künstlich großgezüchteten Fatalismus wettern. Allen Menschen, die mit nicht endenwollender Begeisterung die Auslegungen planetarischer Tagesströmungen lesen und sie beherrschen zu können sich einbilden, gerade ihnen wird ihr scheinbares Wissen zum Verhängnis, weil sie sich in eine Fesselung begeben, deren Tragweite sie nicht zu übersehen vermögen. Ihr Glaube, selbständig und unabhängig Zu sein, ist im Kern nur Angst vor der Verantwortung, Angst vor dem eigenen Mut am rechten Fleck. So versandet der Wesensinhalt der Astrologie in einem Aberglauben, wie er eines nur etwas religiös veranlagten Menschen unwürdig ist, im übrigen aber der Hohlheit unseres "aufgeklärten" Zeitalters nur zu gut entspricht. Daß unter solchen Umständen Ereignis-Deutungen hundertprozentig eintreffen mögen, sollte nicht weiter wundernehmen, nur darf man nicht erwarten, daß die Betroffenen daraus auch nur die geringsten Lehren ziehen. So dienen denn unzählige Veröffentlichungen eher der Verdummung der Menschen, als ihrer Festigung, aber wie überall im Leben, so macht sich auch in der Astrologie der Zug verantwortungsloser Gewinnsucht bemerkbar. Was die astrologische Beratung anlangt, so leidet der "Kunde" häufig unter dem Massenbetrieb der Horoskopfabrikation (am laufenden Band, wie es der "Geist der Zeit" erfordert), weil er nicht individuell behandelt wird, etwa aus Mangel an Anteilnahme oder wegen Arbeitsfülle, vielleicht auch aus Mangel an Kenntnissen und Fähigkeiten. Solchen Astrologen gilt das Honorar alles, der Einzelmensch wenig oder nichts. Die Hauptsache ist, daß der erfährt, was er hören will, in erster Linie Geld- und Liebesdinge. Nebenher laufen dann noch allerlei politische und Ereignisprognosen, die am Kern des Problems, der Charaktergestaltung, natürlich vorbeischießen. Aber die Masse des Publikums will es aus nur zu begreiflichem Interesse an okkulten Dingen ja auch nicht anders haben, deshalb bleibt's so. Tief bedauerlich ist, daß durch all diese Mätzchen die Astrologie ihrer wahren, hohen Bedeutung entkleidet wird. Da strebende Kosmosophen jedoch mit Fug und Recht mehr von ihr erwarten dürfen, verlohnt sich wohl eine Betrachtung über die Stellung der Astrologie im kosmosophischen Weltbild. Aus diesem Wege können wir auch dazu gelangen, uns aus dem Schrifttum das herauszufischen, was unseren Zwecken dienlich ist, denn gottseidank gibt es noch verantwortungsbewußte Autoren, deren Schriften den "Geist" und das "wahre Gesicht" der Astrologie zeigen.
Unter Astrologie versteht man die Möglichkeit, aus der Stellung der Planeten (Sonne und Mond eingerechnet) Rückschlüsse auf die geistige, seelische und körperliche Verfassung eines Menschen und damit auch auf sein Schicksal zu ziehen. Es ist dabei praktisch wohl unerheblich, ob man nun an eine direkte Beeinflussung durch Strahlung (Wellen) glauben will, oder nur an eine symbolische Korrespondenz zwischen Planetenstellung und Charakter sowie Fähigkeiten, denn die genannten Rückschlüsse sind ja in beiden Fällen denkbar. Der heutige Stand der Strahlenforschung erlaubt es jedenfalls ohne weiteres, erstere Ansicht anzunehmen. Als unverrückbare Grundlage der Astrologie hat aber stets und unter allen Umständen der unbedingte Glaube an die kosmische Verwurzelung des Menschen zu gelten, entsprechend dem alten Axiom: Wie oben, so unten. Es ist demnach Astrologie ihrem innersten Wesen nach Religion, Suchen nach und Rückverbindung mit Gott, denn Gott ist im Kosmos allgegenwärtig und der Kosmos in Gott eingeschlossen, ja es ist Kosmos = Gott. Symbolisch kommt diese Überzeugung in dem Zeichen: Dreieck im Quadrat im Kreis zum Ausdruck, wie es auch W. v. Uxkull (Eine Einweihung im alten Ägypten) anführt. Das Dreieck ist das Symbol der göttlichen Trinität (Vater, Sohn, hl. Geist - Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - äg. Osiris, Isis, Horus; vgl. auch Auge im Dreieck). Das zum Quadrat auseinandergeklappte Dreieck bedeutet die Einbeziehung der Materie, also die Welt der Erscheinungen mit all ihren Spannungen und Dissonanzen, und der Kreis ist das uralte Sinnbild göttlicher Vollkommenheit.
Das religiöse Grundmoment in der Astrologie können wir aber auch noch in anderer Form antreffen, wenn wir uns vor Augen halten, daß es höchst selten nur zwei gleiche Geburtshoroskope gibt. Wir entnehmen dieser Tatsache, daß die Menschen mit verschiedenen Anlagen und Schwächen in geistiger, seelischer und körperlicher Hinsicht ins Leben treten, wie es ja auch durchaus im kosmosophischen Glauben (Karma-Gesetz) verankert ist. Das ist die "geprägte" Form, von der Goethe sagt, daß sie sich "lebend entwickelt". Erkennen wir also diesen Ausspruch eines Weisen aufgrund unseres Glaubens als gültig an, dann sehen wir die Astrologie sofort als die Möglichkeit, sowohl die geprägte Form analysieren, als auch über die lebende Entwicklung Aufschluß gewinnen zu können. Denn die Astrologie lehrt ja nicht nur die "gedankliche Sezierung" des Menschen im Moment der Geburt, das Erkennen des Gesetzes, nach dem er angetreten, sondern auch eine Vorausschau auf Wandlung und Formung im Verlaufe der Lebensereignisse. Es sei aber gleich hier betont, daß Fehldeutungen unter keinen Umständen zu Lasten der Astrologie gehen können, sondern einzig und allein zu Lasten des ausübenden Astrologen. Die Sterndeutung nämlich ist ein auf jahrtausendlanger Erprobung aufgebautes Erfahrungswissen, sodaß die Grundzüge als unumstößlich gelten können und keines modernen, "exaktwissenschaftlichen" Beweises mehr bedürfen, selbst wenn die Gegner immer wieder nach solchen Beweisen schreien. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die Konstellation in ihrer Auslegung mehr relativ, als absolut zu bewerten sind, was sich ganz einfach mit der verschiedenartigen Entwicklung der Menschen erklären läßt. Es ist doch wohl einleuchtend, daß z. B. eine bestimmte Neptunstellung für einen unentwickelten und haltlosen Träumer ganz anders zu deuten ist, als für einen gereiften und gefestigten Denker. Ein charakterstarker Zweckmensch weiß sein Geld ja auch anders und besser zu verwenden, als ein Tagedieb, selbst wenn beide scheinbar dasselbe tun, nämlich ihr Geld ausgeben. Das Motiv zum Handeln liegt doch letzten Endes im Menschen und findet in der Sternenwelt nur eine symbolische Widerspiegelung. Der Mensch bleibt stets bestrebt, seine innerlichen Tendenzen in äußere Handlungen umzusetzen, also seinem "Gesetz" zu folgen und sich lebend zu entwickeln, unbeschadet der Tatsache, daß jeder durchaus spezifischen Widerständen begegnet und sich demgemäß einstellt. Wie und mit welcher Reaktionsgeschwindigkeit, das ist eine Frage für sich, die uns hier nicht interessiert. Es genügt jedenfalls festzustellen, daß jeder Mensch vornehmlich auf solche Impulse anspricht, die in ihm verwandte Saiten aufklingen zu lassen und Resonanz zu erzeugen vermögen, um den Unterschied zwischen starrer, absoluter Deutung und relativer Auslegung zu verstehen. Aber gerade diese "Labilität" in der Deutung ist einer der Anlässe, die völlig ungerechtfertigt der Astrologie den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit, ja Charlatanerie eintragen. Dem kann man nur entgegenhalten, daß die Astrologie - wie andere Wissenschaften übrigens auch - individuell anzuwenden ist, wenn man Fehldeutungen vermeiden will. Daß durch diesen wohl begreiflichen Umstand die sinnvolle Auslegung eines Horoskopes oder einer Konstellation natürlich erschwert ist, soll nicht geleugnet werden, doch gereicht eine solche Notwendigkeit zur Individualisierung der Astrologie weder zum Nachteil, noch zum Vorwurf. Man muß sich stets vor Augen halten, daß die astrologischen Planeten Prinzipien verkörpern, die je nach ihrer Stellung im Tierkreis "vorgeformt" sind, wie es Dr. Funkhauser in seinem Buch "Das wahre Gesicht der Astrologie" nennt. Die Gleichung Planeten = Prinzipien verlangt dann sofort eine Unterteilung nach Polaritäten, nach Gegensatzpaaren, denn zusammengenommen sollen die Planeten ja im Verlaufe der ganzenn Menschentwicklung alle Eigenschaften im notwendigen, göttlichen Maßverhältnis herauskristallisieren, und das gelingt nur durch Erprobung, also durch Gegensätzlichkeiten. Will die Astrologie ihren Anspruch, die vollkommenste Charakterwissenschaft zu sein, aufrecht erhalten, dann muß sie unendlich vielfältig sein. Denn daß es die Menschheit ist, das erleben wir ja ständig; folglich kann es mit ihrem kosmischen Abbild, der Astrologie, nicht anders sein. Ein dogmatisches, auf wenige feste Formeln gebrachtes Wissen bleibt ewig starr und tot.

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