Astrologie und Chirologie - Beratung von Jack Trappe
 
Start Einführung Kosmosophie Lebenskunde Handlesen Astrologie Homöopathie Paracelsus Literatur Kontakt Links Gästebuch
 
 
Astrologie und Chirologie - Beratung von Jack Trappe

     Astrologie

Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Letzten Endes wäre es ja auch wohl einerlei, ob man den Willen als solchen als ungebunden und frei betrachtet, das Maß, den Grad seines Vorhandenseins aber vom Stand der menschlichen Entwicklung abhängig macht, oder ob man die Willensfreiheit, die Freiheit der Willensbetätigung in ein Verhältnis zum Fortschritt des Indwidiuums setzt, denn der Effekt ist derselbe: Das Wollen und Erreichen des Menschen wächst, je weiter er Geist und Seele harmonisiert hat. Der hundertprozentig vorhandene, an sich freie Wille bezw. die hundertprozentige Willensfreiheit, das wäre dann völlige Harmonie, Erlösung, Christus, das Ende der Stufenleiter, deren unterste Sprosse das erste Ahnen und schwach tastende Erkennen des Lichtes der Höhe ist. Dazwischen aber gibt es schier unendlich viele Stufen (Inkarnationen), und jede vollzieht sich nach einem bestimmten Gesetz, ein Glied nur in der Kette, ein Ausschnitt nur aus der großen Spirale der Evolution. Die astrologischen Konstellationen aber sind gewissermaßen die Paragraphen jenes kosmisch-karmischen Gesetzes, und zwar die harmonischen als Schutz, die disharmonischen als Sühne. Harmonie schenkt (Erfüllungsleben), und beschränkt nur wieder, wenn das Geschenk mißbraucht wird (Siegfried). Disharmonie nimmt alles, wenn der Mensch unklug (Amfortas), und gewährt erst dann, wenn er an den Prüfungen des Lebens gewachsen und gereift ist (Parsifal). Harmonie und Disharmonie im Horoskop, sie beide lassen dem Menschen letzten Endes nur die freie Wahl, den Weg nach oben oder nach unten zu gehen, die "Segel zu setzen", und das Ergebnis erst entscheidet, ob die Persönlichkeit wirklich in der Individualität aufgegangen ist oder nicht. Und wiederum können wir Fankhauser Recht geben, wenn er sagt: "Das; die (Gebundenheit an das universale, eine Gesetz die wahre Freiheit sei, das wissen alle Weisen der Erde, das lehren alle großen Lehrer der vergangenen Epochen. Und daß die größte Ungebundenheit der Einzelkräfte die Sklaverei in der Materie bedeute, das weiß jeder arme Sünder der heutigen und aller Zeiten." Ja, es ist schon so: Wer da immer behauptet, Herr seiner selbst, seiner Handlungen und Erfolge zu sein, der ist in Wahrheit unfrei, und das, weil er nicht an das "universale, eine Gesetz" gebunden ist. Und wer in Harmonie mit seinem Selbst, mit dem Kosmos, mit Gott lebt, der ist trotz dieser Bindung frei. Tragik des Lebens: Wer die Freiheit zu haben vorgibt, der hat sie nicht, und wer sie hat, der spricht nicht darüber. Weshalb dann also über Willensfreiheit reden? Anschauungssache, nichts weiter, und - über Geschmack soll man nicht streiten. Deshalb braucht ein harmonischer Aspekt noch lange nicht den festen, nie verlierbaren Besitz der durch ihn angezeigten Eigenschaft (Bindung an das universale Gesetz) zu bedeuten, denn im Vorhandensein liegt die Gefahr der Mißachtung, die den Verlust oder zumindest eine erneute Erprobung bedingt. Und ebenso braucht ein disharmonischer Aspekt (Ungebundenheit der Einzelkräfte) noch nicht das absolute Fehlen einer Eigenschaft anzuzeigen, es kann sich ja auch nur um eine der eben genannten erneuten "Festigungs"proben handeln.
Das Geburtshoroskop ist gewissermaßen nur die Momentphotographie der Dreiheit Geist-Seele-Körper im Augenblick des Antritts einer neuen Inkarnation. Können wir nun mit absoluter Genauigkeit sagen, was vorher war, was nachher ist, wie "alt" der Mensch? Aber darauf kommt es ja auch weniger an; es genügt doch völlig, aus diesem Einzelphoto die jeweilige "Lebensaufgabe" herauslesen zu können, eine Kenntnis des schon abgelaufenen Filmes erscheint garnicht einmal zweckmäßig und heilsam. Der Mensch soll unbefangen an seine Aufgaben herantreten, um sich, d. h. seine gerade vorliegende Eigenform auswirken zu können. Das Ausfindigmachen dieser Lebensaufgabe aber ist gleichbedeutend mit dem Erkennen des "Christusproblemes im Menschen". Was bedeutet gegen diesen Zweck astrologischer Deutung alle Prognostiziererei von "Ereignissen"! Kann sich denn in eine wahre religiöse Andacht wirklich der Gedanke einschleichen, ob das gerade gesprochene Gebet nun auch dem Lotterielos, der "geschäftlichen Transaktion", dem geplanten Rendezvous "Erfolg" verleiht?
Bisher war absichtlich nur von Konstellationen die Rede, um die Betrachtungen ganz allgemein Zu halten. Sie gelten aber speziell für die Aspekte, wenn wir disharmonisch = "schlechter" und harmonisch = "guter" Aspekt setzen, und analog sür die Planeten, bei denen man landläufig "Übeltäter" und "Wohltäter" unterscheidet. Es erhellt aus unserer Anschauung, daß solche Bezeichnungen wohl der normalen irdischen Auswirkung entsprechen mögen, aber nicht den Kern der Dinge treffen. Mars und Saturn sind bei näherer Betrachtung nicht das "kleine und große Übel", genausowenig, wie Venus und Jupiter das "kleine und große Glück" sind. Gewiß, Mars' und Saturns Einflüsse sind oft fatal und Zerstörend, aber sind sie denn nicht vergleichbar jener Kraft, die stets das Böse will und doch Gutes schafft? Und haben nicht auch Venus und Jupiter ihre wenig schönen Seiten? Man muß sich von der Buchstabenweisheit freimachen und zu der Erkenntnis durchringen, daß alle Planeten nur besondere Ausprägungen der Sonne sind, dem Zentrum astrologischen Wissens. Nicht umsonst ist der Sonne der Sonntag zugeordnet. Wie der Sonntag mit seiner heiligen Ruhe Kraft geben soll für die kommende Woche der Arbeit des Geistes, der Seele, des Verstandes und des Körpers, so soll er auch gleichzeitig ein geistiger Ruhepunkt sein, um rückschauend das Geleistete zu überprüfen und Vorschau zu halten aus das Neue. Wir können daher auch sagen: Wie die Sonnenkraft im Horoskop maßgeblich ist für das Wirken der übrigen Planeten im Verlaufe des Lebens, so ist sie gleichzeitig Sammelpunkt für die während dieses Lebens unter der Mithilfe jener Planeten gemachten Erfahrungen. Und dann werden wir gewahr, daß die Woche nicht nur ein Zeitmaß, sondern in ihrer immerwährenden Wiederholung ein Symbol für den Entwicklungsgang eines Menschen durch sämtliche Inkarnationen hindurch ist, daß die Planetennamen der Wochentage mehr bedeuten, als bloße Benennungen. Symbol von Johannes Vehlow, Vehlow Astrologie BändeDer Montag folgt dem Sonntag, und so ist das Seelenleben (Mond) der erste Faktor in der Auswirkung der Geisteskraft (Sonne). Der Sonnabend geht dem Sonntag voraus, und so ist die ernste Innenschau (Saturn), der "Hüter der Schwelle" die letzte Stufe vor dem Übergang eines Erlebnisses als Erfahrung in den Geist (Sonne). Zwischen den Ausgangsimpulsen aber und dem geistigen Extrakt liegen Tatendrang (Mars), Denkarbeit (Merkur), Ethik (Jupiter) und Ästhetik (Venus), und alles zusammen erst macht die wahre Tat aus. Und wie der Mittwoch die Mitte zwischen den beiden Wochenhälften ist, so ist auch sein Planet Merkur der Mittler zwischen den Planetenkräften, der "Götterbote". Das von Merkur vornehmlich beherrschte Gebiet, das Denken, steht es nicht auch zwischen Gefühlen (Mond) und Trieb (Mars) einerseits und Moral (Jupiter) und gutem Geschmack (Venus) andererseits?
Ein Tag ähnelt dem anderen zwar im Gleichlauf des Geschehens, doch nicht so die Planeten. Wir sahen schon, daß nur durch Gegensätzlichkeiten Eigenschaften sinnvoll herauskristallisiert werden können. Jupiter und Venus würden ohne Saturns einengenden und Mars' beschleunigenden Einfluß vielleicht in Sorglosigkeit und Überheblichkeit, in Unbedachtsamkeit, Weichlichkeit und Luxus ausarten, und umgekehrt wären Güte, Mitleid, Ethik und Ästhetik vermutlich verdrängt durch Egoismus, Strenge und brutalen Trieb. Jeder Planet hat seine ganz speziellen Aufgaben auf den verschiedensten Gebieten; laß' einen heraus, und sofort ist die Harmonie des Weltorchesters gestört. Und wie jedes Instrument einmal die Melodie an Stelle der Begleitung hat, so wechseln im zyklischen Spiel die Kräfte der Planeten. Doch nicht die Sterne sind es, die den Menschen Schiffbruch erleiden lassen oder ihn erheben, sondern er selbst. Nicht die Sterne tragen die Schuld, wenn der Mensch - seine Grenzen überschreitend - außerirdische Einflüsse in Gedanken und Taten auswirkt, die als Plagegeister wieder ihm erstehen müssen, sondern er selbst. Nicht der Planet in einem "Haus" bringt letzten Endes das Ereignis, sondern der Mensch selbst erstrebt es in seinem dunklen Dränge. Der Mensch, und immer wieder der Mensch, das bedenke wohl, du - Mensch! Das ist die Sprache der Sterne, das der Sinn des "Stirb und Werde". Drum bemühe dich, das Christusmotiv in deinem Horoskop herauszufinden, sonst bleibt es dir ewig nur eine astronomische Berechnung mit einem unverständlichen Schwanz von Deutungsregeln, und auch von dir gilt dann Werfels eisern-wahres Wort: "Du zählst die Halme und mißt die Gewässer, du Statistiker, du Statist der Lebendigkeiten! Aber Halm und Gewässer bleiben dir fremd, wie die geflügelten Sterne".
Es wäre ungerecht, über einer solchen Betrachtung der Astrologie ihren exoterischen Teil völlig zu vergessen, doch kann nicht nachdrücklich genug betont werden, daß nur beide Aspekte zusammen erst die wahre Astrologie ausmachen. Man lernt ja auch zuvor Buchstaben zu schreiben, ehe man zum sinnvollen Satz übergeht. Es ist hier aber nicht der Ort, exoterische Astrologie zu pflegen, da nur ihr kosmosophisches, d. h. religiöses Moment herausgestellt werden sollte.
Wie wird nun der Kosmosoph Astrologie treiben? Ganz sicherlich ist es nicht die Hauptsache, die rein irdische Auswirkung der Konstellationen den den Charakter anzeigenden Strömungen vorzuziehen. Ebensowenig kommt es darauf an, die Progressionen und Direktionen nur zur Deutung von Ereignissen zu benutzen und darüber ihre Einflußnahme auf die Wandlung der Persönlichkeit zu vergessen. Auch die Tabellen der "günstigen und ungünstigen Tage" haben nur selten praktischen Wert, weil die wenigsten Menschen wirklich fähig und in der Lage sind, ihre Lebensführung außerirdischen Tendenzen anzupassen. Wozu sich also mit Dingen belasten, die nur zu leicht verwirren können? Auf den Charakter kommt es an und auf seine Wandlungen, er bestimmt und ist Schicksal. Gewiß, es wäre schon gut, die Strömungen der Tage zu kennen, aber das Durchleben und richtige Auswirken der Ereignisse ist Zweifellos wichtiger für die Fortentwicklung, als ein noch so weises Umgehen der Situationen, ganz davon abgesehen, daß das nicht mal stets gelingt. Und über die unzähligen neuen und neuesten Hypothesen und Methoden, um nun ja auch für jedes Geschehnis eine Konstellation verantwortlich machen zu können (u. a. Planetenschnittpunkte, Transneptunplaneten u. s. w.), ebenso über die heute so beliebten politischen Prognosen, möge jeder denken wie er will. Das Ziel der Astrologie ist nicht, den Menschen und seinen Lebenslauf nun unbedingt in eine mathematische Formel pressen zu wollen, in der es doch noch eine oder mehrere Unbekannte gibt, die eine Lösung unmöglich machen. Das Ziel ist vielmehr die Förderung der Selbsterkenntnis; sie allein eröffnet dem suchenden Menschen die höheren Welten und bringt ihn in Verbindung mit Gott, denn Selbsterkenntnis heißt ja letzten Endes, den Gott in sich erkennen. Wie heißt es im Parsifal? "Bekenntnis wird Schuld und Reue enden, Erkenntnis in Sinn die Torheit wenden!"
Es gibt aber noch zwei Gebiete, auf denen die Astrologie angewendet werden kann, ohne gegen die vom kosmosophischen Standpunkt aufgestellten Grundsätze Zu verstoßen: Die medizinische Astrologie sowie Vergleiche, ob zwei Menschen zueinander passen. Damit soll allerdings nicht gesagt werden, daß astrologische Krankheitsdiagnose und Heilmittelwahl nun schon eindeutig und restlos geklärt sind. Da aber zwischen Geist - Seele einerseits und Körper andererseits höchst sinnvolle Beziehungen bestehen (es mag hier nur darauf hingewiesen sein, daß Krankheiten dem sechsten Hause unterstehen, das bei der Analogie Zwischen Häusern und Zeichen von Merkur, dem Planeten des Denkens regiert wird!), liegt eine Diagnose der Krankheiten genau so im Sinne der kosmosophischen Astrologie, wie die Geistes- und Seelendiagnose. Ebenso verhält es sich mit der Partnerwahl auf astrologischer Grundlage, weil es höchste Lebenskunst bedeutet, vermeidbaren Unannehmlichkeiten und Schädigungen mit weiser Vorauserkenntnis zu begegnen. Das ist im Hinblick auf das vorhin über die Tagesströmungen Gesagte noch lange keine Inkonsequenz, denn verkehrte Partnerwahl ist doch wohl ungleich schwerwiegender, als Prognosen wie: Gefahr von Schwarzhaarigen, ungünstig für Haareschneiden, gut für Lotterie, unangenehme Nachrichten, und wie sie alle heißen. Gefühl und guter Geschmack werden schon die richtige Grenze zu ziehen wissen zwischen alltäglichem Kleinkram und lebenswichtigen Begebenheiten, zwischen Lächerlichem und Erhabenem. aus dem Puschkin Museum in Moskau, © 2005 Detlef Röckle/Jack TrappeDaß aber medizinische Astrologie und Partnerberatung nicht geringere Anforderungen an das Wissen und das Verantwortungsgefühl des ausübenden Astrologen stellen, als die Astrologie als Charakterkunde, das sollte keiner besonderen Erwähnung mehr bedürfen. Drum kann nur immer wieder und nicht eindringlich genug empfohlen werden, sich die Menschen, von denen man astrologisch beraten sein will, vorher genau anzusehen. Keiner kann mehr bieten, als er selbst besitzt.
Soll nun jeder Astrologie treiben? Es wäre schon gut, da sie den Menschen in jeder Beziehung fördert. Aber die Beschäftigung mit der Sterndeutung stellt erhebliche Anforderungen, unter denen die sonst so gefürchteten Berechnungen die geringsten sind. Daß ein Spiritueller bei der exoterischen Astrologie hängen bleibt oder gar zum Fatalisten wird, dürfte wohl ausgeschlossen sein, denn sonst ist er nicht Kosmosoph, sondern behauptet es nur, gleicht aber im übrigen Werfels "Statistiker". Kosmosoph sein heißt erkannt zu haben, daß jeder Frauja-Christus in sich erwecken muß, um zum Vater zurückzukehren. Das ist der hehre Sinn des Kreuzes von Golgatha. Und wer ihn nicht begreift, in wem das Christusmotiv nicht geweckt wird, der bleibt "unerlöst" bis zum jüngsten Tage. "Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten" heißt es im christlichen Glaubensbekenntnis. Sorge ein jeder, daß er nicht zu diesen geistig Toten gehört. Gottes Gnade an sich erleben kann nur, wer sich zur Harmonie mit seinem Selbst emporschwingt, wessen Persönlichkeit (Mond) in der Individualität (Sonne) aufgeht.
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Zurück zum Seitenanfang

 
Listinus Toplisten    
STAR2 EINF2 KOSM2 LEBE2 CHIR2 ASTR2 HOMO2 PARA2 LITE2 KONT2 LINK2 GAST2